Kreta individuell erleben an einem außergewöhnlichen Ort… Die Grillensymphonie wird dich umhauen!

Wer Kreta individuell und abseits vom Massentourismus erleben will, sollte unbedingt einen Ausflug nach Milia planen. Im Nordwesten der Insel befindet sich ein Dorf aus dem 15 Jahrhundert, das nun seine zweite Chance erlebt. Die Ortschaft war verlassen und zählt nun zu den berühmten ecolodges. Fünfzehn Steinhäuser, ausgestattet mit dem Nötigsten, laden zum Entspannen ein. Vergebens wird man hier Haartrockner und Steckdosen suchen und, Du wirst den Ort auch nicht in den Buchungsplattformen finden… nur eine grobe Schotterstraße führt hierher…

Das Restaurant ist berühmt auch unter Einheimischen, hier kocht man nach „Saison“. Milia ist so weit es geht autark; eigene Stromversorgung, Wasser aus einer naheliegenden Quelle, Gemüse und Obstanbau, eigener Wein und eigene Viehhaltung.

Wer „runterkommen“ möchte inmitten unberührter Natur ist hier richtig – außer Grillen absolute Stille und Ruhe….

Kreta individuell erleben an einem außergewöhnlichen Ort..

Es ist 8 Uhr morgens und schon ziemlich warm, das Thermometer ist schon auf die 26 Grad gestiegen. Neugierig machen wir uns auf dem Weg nach Milia, einen Ort etwa 1 Stunde und 15 Autominuten von THE BASE entfernt, in Richtung Nordwesten.

Aus einer verlassenen Stadt wurde dort vor etwa 30 Jahren eine einmalige Eco-Siedlung und diese möchten wir uns heute anschauen. Das Projekt begann im 1994, als Iakovos Tsourounakis sich entschloss, die Idee, die er bereits seit den 70er Jahren hegte, in die Tat umzusetzen. Er selbst war im Nachbarsdorf Vlatos aufgewachsen und seine Familie hatte Ackerflächen in Milia. Daher kannte er die Ortschaft. Peau a peau kaufte er Flächen in Milia und so entstand die große Fläche, auf der er endlich sein Projekt beginnen konnte.

Milia liegt verborgen zwischen Bäume, etwa 550 Meter hoch. Während des zweiten Weltkrieges wurde der Ort verlassen, die Jüngeren zogen weg, es blieben nur paar ältere Anwohner zurück. Der Zerfall war vorauszusehen, da viele Anwohner und Besucher nicht sehr gütig zur Umwelt waren. So wollte man als Erstes die ökologische Bilanz wiederherstellen.

Erst später kam die Idee, aus den alten Steinhäusern Touristenunterkünfte zu machen und somit Leute einzuladen, die pure Natur zu genießen. Heute zählt der Ort zu den geschützten Natura 2000 Gebieten, Milia ist zudem autark was Stromversorgung angeht, der Strom wird nämlich durch die eigene Photovoltaikanlage produziert.

Man muss schon ein Stück abenteuerliche Straße fahren, um hierher zu gelangen. Irgendwann wird aus der Asphaltstraße eine grobe Schotterstraße. Hier könnte kein Touristenbus fahren, das wissen wir spätestens jetzt. Dank der Wegweiser hin und wieder weiß man, dass man sich nicht ins Nirgends verfahren hat. Man gelangt zum Parkplatz und muss die letzten 150 Meter zu Fuß gehen. Sobald man aus dem Auto aussteigt, hört man eine Grillen Symphonie wie man sie sonst nirgends zu hören bekommt. Tausende von Grillen erzeugen eine Melodie, die einem sagt, man sei nun angekommen. Ansonsten Stille. Absolute Stille.

Wir laufen zur Rezeption, der Raum ist genauso sperrig eingerichtet wie die Zimmer für die Gäste. Man erklärt uns, dass aus den ehemaligen Steinhäusern Unterkünfte mit naturfreundichen Baustoffen entstanden sind, die allerdings nur mit dem Nötigsten ausgestattet sind. Bis vor einigen Jahren reichte der Strom nur für die Gemeinschaftsräume, etwa Kühlschränke, in den Zimmern gab es gar keinen Strom. Inzwischen gibt es auch in den Unterkünften Strom, aber keine Steckdosen. Bis auf ein paar USB Stellen findet man dort weder Steckdosen, noch Haartrockner. In den Gästezimmern wird man vergeblich Fernseher, oder Kühlschränke suchen, genauso wie Klimageräte. Doch braucht man hier oben kein Klimagerät, denn es ist angenehm kühl. Abends fällt die Temperatur noch ein paar Grad, „man kann hier sehr gut schlafen“, bestätigt man uns. Das Wasser stammt aus einer Wasserquelle in der Nähe. Vorort wird das Meiste an Nahrungsmittel angebaut und was nicht da ist, stammt nur aus der unmittelbaren Gegend. Die Bäume liefern Früchte und Nüsse aller Art und es gibt eine eigene Viehhaltung.

Fünfzehn Unterkünfte stehen Gästen zur Verfügung, die inmitten unberührter Natur einfach „runterkommen“ und für paar Tage der Welt entfliehen möchten. Das ist individueller Urlaub pur, so sieht für einige „Kreta individuell erleben“ aus.. Man kann Wandertouren zwischen 3 und 15 Kilometer machen, oft formen Gäste spontan Hiking Gruppen. Man kann auch Radfahren, oder, einfach gar nichts tun. Zu den Highlights zählt das gleichnamige Restaurant „Milia“, viele Besucher kommen allein deshalb hierher. Küchenchef Vasilis Makrakis ist mehrfach gekrönt; er schafft den kulinarischen Spagat zwischen neuen Ideen und Tradition. Seit 2017 leitet er die Küche und lebt Nachhaltigkeit in allen Aspekten vor. Das Fleisch aus eigener Produktion wird Vorort geräuchert, die Wurst wird selbst produziert. Man kocht nach „den Jahreszeiten“ und dem, was gerade vorrätig ist. Das Brot aus dem Holzofen schmeckt einmalig, die Gewürze sind frisch gepflückt und die selbstgemachten Desserts sind kreativ und geschmackvoll zugleich. Der Wein ist aus eigener Produktion, aber man unterstützt auch lokale Winzer. Im Restaurant gibt es auch selbstgemachten Honig, Marmelade, Wein und weitere lokale Produkte. Wir kaufen Honig und Marmelade und sonstige Mitbringsel für Freunde.

Wer Ruhe sucht, der ist hier richtig; Einheimische fliehen hierher für paar Tage, sogar Gäste, die woanders Urlaub machen und paar Tage die absolute Stille genießen möchten, checken in diesem Resort ein. Der Milia Mountain Retreat ist offen all year round, im Winter allerdings nur am Wochenende. Man erklärt uns, im Winter kommen überwiegend Kretaner um zu entspannen.

Vor etwa einer Dekade hat National Geographic den Ort zu den besten ecolodges weltweit gezählt; die „Times“ hat Milia zu den Top Empfehlungen im Post-lockdown Griechenland empfohlen und „Lonely Planet“ bezeichnete den Ort als eins der wenigen Urlaubsziele mit authentischem Charakter. Dennoch findet man diesen Ort nicht auf den gängigen Buchungsplattformen, denn, eigentlich möchte man gar keinen Massentourismus, das würde nämlich der Natur nur schaden und die vorhandene Infrastruktur würde ohnehin dafür nicht ausreichen.

Es war eine bereichernde Erfahrung und nun machen wir uns auf dem Weg zurück zur BASE. Am Abend genießen wir auf der Dachterrasse den Sonnenuntergang und spüren deutlich, wie entspannt wir sind. Die Grillen Symphonie klingt noch in unseren Ohren und wirkt beruhigend. Es war ein ruhiger Tag, wir haben Kreta individuell und abseits vom Massentourismus erlebt. Morgen geht es mit neuen Abenteuer weiter auf dieser herrlichen Insel.

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